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Die weite Welt ist mein Feld

Neue Broschüre über die Wohngemeinschaft Bonameser Straße erschienen!

Sie ist handlich, reich bebildert und kostenlos: Die neue Broschüre über die alternative Lebenswelt der Wohngemeinschaft Bonameser Straße. Schausteller und Schrotthändler, Zirkusartisten und Puppenspieler leben seit bald 70 Jahren auf dem Gelände in Eschersheim. Ihre Geschichte und Gegenwart unter dem Motto „Die weite Welt ist mein Feld“ stellt Dr. Sonja Keil in einem fundierten Überblick auf 40 Seiten vor. Die Soziologin und Diplom-Sozialarbeiterin leistet im Auftrag des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach Gemeinwesenarbeit auf dem Gelände.

Die besondere Lebensform der „Reisenden“
Die Geschichte beginnt 1953. Damals beschlossen die Frankfurter Stadtverordneten, ambulante Gewerbetreibende, die bisher an verschiedenen Orten in der Stadt lebten, auf einem neuen Platz am Rand der Stadt anzusiedeln. Anfangs gab es weder Strom noch Kanalisation. Von Beginn an setzte sich die Evangelische Kirche für die Bewohner*innen ein. So schilderte der damalige Kirchenpräsident Martin Niemöller dem Frankfurter Oberbürgermeister Werner Bockelmann die unzumutbaren Zustände auf dem Platz. Bockelmann reagierte „mit Erschütterung“ wie aus dem Faksimile seiner Antwort an Niemöller hervorgeht. Die Broschüre dokumentiert Diskriminierungen und Vorurteile, mit denen „Reisende“ bis heute zu kämpfen haben und zeigt Projekte, die diese besondere Lebensform würdigen und unterstützen.

Runder Tisch zur Zukunft des Platzes
Die Broschüre endet mit der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Wohngemeinschaft Bonameser Straße. Der Appell der Schriftstellerin Eva Demski, eine Stadt wie Frankfurt solle die Lebensweisen der Bewohner*innen „respektieren“ ist darin ebenso nachzulesen wie die Forderung nach einem Runden Tisch.

Das Diakonische Werk für Frankfurt und Offenbach, das die Bewohner*innen seit Jahren mit Gemeinwesenarbeit begleitet, machte sich jüngst für den Dialog über die Zukunft der Wohngemeinschaft an einem Runden Tisch stark. Auch die Forderung von Bewohner*innen, Nutzungsverträge an nachfolgende Generationen weitergeben zu können, unterstützt das Diakonische Werk: „Auf bestehenden Parzellen muss ein Generationenwechsel ermöglicht werden“, sagt Diakonieleiter Dr. Michael Frase. Die Broschüre wurde vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt gefördert.

Feedback zur Broschüre

„Eine sehr interessante Broschüre über Menschen, die einem Gewerbe mit eigenen Regeln und Gebräuchen nachgehen und über einen geschichtsträchtigen Ort, der vielen Frankfurtern nicht bekannt ist. Ein wichtiges Stück Frankfurter Stadtgeschichte.“
Thomas Walberer, Frankfurt-Eschersheim

„Sehr ansprechend! Die Informationen sind kompakt und die Fotos und Dokumente veranschaulichen die Lebenssituation der Bewohner*innen sehr gut. Auch auf die aktuelle, aus politischen Gründen, immer wieder ungewisse Zukunftsperspektiven der Betroffenen wird hingewiesen.“
Renate Tide, Frankfurt

„Viel Information in handlichem Format – das sollte jeder lesen. Ein Thema von dem sicher bisher nur wenige wussten. Super interessant.“
Clemens Hummel, Frankfurt

„Die DIN A6-Broschüre gefällt uns in jeder Hinsicht sehr gut, eine prima hand- wie taschengerechte Idee, die in inhaltlicher wie visuell-gestalterischer Hinsicht die wichtigsten Informationen liefert.“
Heike Drummer und Alfons Maria Arns, Historiker, Frankfurt

„Optimale Größe! In der kleinen Broschüre kann jeder sehen, dass wir wie alle anderen Menschen sind und halt nur etwas anders leben.“
Adolf Fletterer, Bewohner, Frankfurt-Eschersheim

„Unglaublich informativ in Bezug auf die Geschichte der Menschen und das Leben der Leute. Die handliche Broschüre ist sehr ansprechend in der Aufmachung und gehört in alle Briefkästen der benachbarten Stadtteile.“
Georg Bastian, Frankfurt-Bonames