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Das eigene Zuhause ist ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit, an dem Menschen sich zurückziehen und neue Kraft schöpfen können. Doch diese Möglichkeit hat nicht jeder Mensch. In der Weißfrauen-Diakoniekirche schildert Nora David vom Fachbereich Diakonie und Seelsorge des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach eine bewegende Situation: Während manch einer seinen Wohnungs- oder Haustürschlüssel mal vergisst, verlegt oder gar verliert und ihm keinen besonderen emotionalen Wert zumisst, bedeutet er für Menschen, die Wohnungslosigkeit oft Jahre ohne eigenes Dach auf der Straße gelebt haben ungleich mehr. „Der Schlüssel ist verbunden mit einer Wohnungstür, neben der, der eigene Name steht, und zu einer Tür, die man schließen darf und die Welt draußen ausblenden kann“, sagt David. Hinter der Tür verberge sich ein Raum, den man nach seinen Wünschen gestalten dürfe. Das Projekt Housing First des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach arbeitet daran, mehr Menschen diese Möglichkeit eines eigenen Heims zu bieten.
Nora David vom Fachbereich Diakonie und Seelsorge des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach stellte heraus, wie wichtig ein eigenes Zuhause für Menschen ist. Foto: Rolf Oeser
Auch die hessische Landesregierung will den Kampf gegen Obdach- und Wohnungslosigkeit sowie die Förderung sozialer Quartiersarbeit im Frankfurter Bahnhofsviertel weiter vorantreiben. Dafür übergab Sozialministerin Heike Hofmann am Freitag (13. Februar) Förderbescheide in Höhe von jeweils 150.000 Euro an zwei Projekte des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach.
„Wohnen zuerst“ nun auch für ganze Familien Seit Start des Housing-First-Projekts im Jahr 2021 konnten in Kooperation mit der GWH Immobilien Holding GmbH bereits mehr als 30 Wohnungen an alleinstehende Personen und Mütter mit Kindern vermittelt werden. Für ihr Engagement bei Housing First wurde die GWH im Jahr 2023 mit dem Zukunftspreis der Landesinitiative Großer Frankfurter Bogen gewürdigt.
Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden und künftig auch wohnungslosen Familien zu helfen, wird das Projekt nun ausgebaut. Künftig können auch Familien mit drei und mehr Mitgliedern aufgenommen werden. Zusätzlich entsteht eine Projektstelle für Wohnraumakquise, angesiedelt beim Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe. Ziel ist es, neue Kooperationen mit Vermieterinnen und Vermietern aufzubauen und mehr dauerhaften Wohnraum für wohnungslose Menschen zu erschließen.
„Wir wollen genau da ansetzen, wo es wichtig ist: Erst einmal ein Dach über dem Kopf zu haben und dann mit Sozialarbeitern, das Wohnungsverhältnis begleiten“, sagte Sozialministerin Hofmann. „Housing First“ folgt genau diesem Grundsatz „Wohnen zuerst“: Betroffene erhalten unmittelbar eigenen Wohnraum mit regulärem Mietvertrag und werden anschließend bedarfsgerecht sozialpädagogisch begleitet. Denn ohne Wohnung und Anschrift finden Betroffene keine Möglichkeit in ein geregeltes Leben zu finden.
Die Vertreter des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach nahmen die Förderbescheide in der Weißfrauen-Diakoniekirche entgegen. Foto: Rolf Oeser
Dazu ergänzte der Theologische Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach, Diakoniepfarrer Markus Eisele: „Es gibt viele Gründe, warum Menschen in Wohnungslosigkeit geraten. Als Gesellschaft haben wir es bislang nicht geschafft, das Recht auf Wohnung einzulösen“. Umso wichtiger sei es, „dass wir das Ziel im Blick behalten und den begonnenen Weg fortsetzen. Die Leiterin des Frankfurter Sozialamts, Nanine Delmas unterstrich, wie wichtig die Unterstützung von Familien und Kindern im Bahnhofsviertel ist. „Hier leben nicht nur vulnerable Gruppen, sondern auch Menschen mit anderen Bedarfen.“
Mit der Einrichtung einer neuen Projektstelle für Wohnraumakquise beim Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe e.V. sollen zudem neue Verbindungen zwischen Menschen ohne Wohnung, Übergangsunterkünften und dem eigenen Zuhause geschaffen werden. Dabei bringt der Verein seine langjährige Erfahrung in der Wohnraumvermittlung sowie als Träger vieler Übergangsunterkünfte ein, sodass mehr Menschen eine Chance auf ein dauerhaftes eigenes Heim haben.
Hilfe an einem kritischen Punkt im Leben Zudem wird auch das Projekt „Innovatives Schnittstellenmanagement“ gefördert. Insbesondere Menschen, die aus stationären Einrichtungen, wie Justizvollzugsanstalten, Frauenhäusern oder der Jugendhilfe kommen, seien besonders von Wohnungslosigkeit gefährdet, betonte Heike Hofmann bei der Übergabe der Bescheide in der Weißfrauen-Diakoniekirche. Genau an diesen kritischen Übergängen für betroffene Menschen setzt das „Schnittstellenmanagement“ an.
Ziel des Projektes ist es, Wohnungslosigkeit frühzeitig zu verhindern, indem Sozialarbeitende die Menschen kontinuierlich begleiten und die Zusammenarbeit zwischen Justiz, Sozialbehörden und Wohnungsnotfallhilfe koordinieren. Pilotstandort ist das Frankfurter Bahnhofsviertel, wo das Projekt eng mit dem WESER5 Diakoniezentrum verknüpft wird.
Für viele betroffene Menschen kann mit diesen Wohnhilfeprojekten etwas Entscheidendes entstehen: der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
Pflanzkübel und Hochbeete, Vorhänge für Geborgenheit, Raum für Hip-Hop und Begegnung: Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, sind Visionen junger Innenarchitektur-Studierender der Hochschule Darmstadt für die Weißfrauen Diakoniekirche mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel.
Die Weißfrauen Diakoniekirche liegt zwischen Bankenhochhäusern und sozialem Brennpunkt mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seit mehr als 20 Jahren wird sie vor allem als sozialer und kultureller Veranstaltungsort genutzt, nachdem sie als Gemeindekirche nicht mehr benötigt wurde. So dient sie als Ort für Gottesdienste, Konzerte, Kinoveranstaltungen und Ausstellungen. Noch bis Ende März findet zurzeit die Winternotübernachtung im Kirchraum statt. Rund 50 obdachlose und wohnungslose Menschen können in der Zeit von Oktober bis März in der Diakoniekirche einen Schlafplatz bekommen. Im Rahmen des World Design Capital 2026 soll dann hier ein offener Begegnungsort entstehen. „Wir wissen um unsere Verantwortung als Diakonie, als Evangelischer Regionalverband, diese ganz besondere Kirche als ‚Wohnzimmer fürs Bahnhofsviertel‘ zu erhalten und noch deutlich mehr zu öffnen“, sagte der Theologische Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach, Diakoniepfarrer Markus Eisele.
Die Modelle stehen zur Ansicht auf Tischen bereit und werden der Jury sowie weiteren Besuchenden präsentiert.* Foto: Lilly Singer
Jury würdigt innovative Konzepte Dafür haben die Studierenden unter dem Titel „Great Good Place – Ein guter Platz für alle“ 14 teils mutige Entwürfe für den Kircheninnenraum entwickelt. Ihre Ideen reichen von modularen Schlafkapseln über kreative Werkstätten, einer Marktplatz-Simulation und sinnlichen Erfahrungsräumen und -Pfaden bis hin zu einem grünen Stadtgarten im Kircheninneren. Eines haben sie alle gemein: Einen Platz im Trubel der Großstadt schaffen, an dem Menschen zusammenkommen und sich wohlfühlen können. Die Entwürfe wurden am Mittwoch (11. Februar) in der Evangelischen Akademie Frankfurt präsentiert und von einer Jury bewertet. Vier eingereichte Arbeiten durften sich am Ende über einen Preis freuen.
Die Jury würdigte gleich zwei Konzepte für ihre visionäre und in die Zukunft weisende Arbeit und zeichnete sie mit einem Preis für Inspiration aus. Beim Entwurf „gemeinsam daheim Abhängen neu gedacht“ von Lilly Brodkorb und Corinna Grünewald verwandeln tropfenförmige, höhenverstellbare Raumkapseln Entwurf den Kirchenraum in eine dreidimensionale Landschaft. Die Jury überzeugte besonders die flexible Bespielbarkeit des Sakralraums: Gottesdienst, Workshop, Schlafplatz oder Treffpunkt. Technisch durchdacht, mit einfachen Materialien wie Fiberglas und Netzen umgesetzt, entstehe ein inspirierender Beitrag zur neuen Kirchenraumerfahrung und Bespielung der Diakoniekirche.
In Vivien Schmidts Modell „SHElter – Ein Ort der Auszeit für Frauen und Kinder“ sorgt die Raumaufteilung für Sicherheit und Geborgenheit.* Foto: Lilly Singer
Rückzugsort für Frauen und Kinder Mit mobilen Pflanzenkübeln und einer begrünten Altarwand wollen Lukas Rauch und Paul David in ihrem Entwurf mehr Natur ins graue Bahnhofsviertel und ins Innere der Kirche holen. Damit hätten sie eine neue Perspektive auf die Aufenthaltsqualität eines solch großen Kirchenraums erarbeitet, erklärte die Jury. Besonders beeindruckt war sie von der Möglichkeit, die mobilen Gestaltungselemente auch auf den Außenraum ausdehnen zu können.
Einen Themenpreis für eine besonders wichtige inhaltliche Arbeit erhielt Vivien Schmidt für ihr Konzept „SHElter – Ein Ort der Auszeit für Frauen und Kinder“. Ihr Entwurf sieht verschiedene Bereiche für Hygiene, Ruhezonen oder Spielmöglichkeiten für diese besonders vulnerable Gruppe vor.
Luisa Michel und Felicia von Bamberg durften sich letztlich über den Preis für Konkretion und die Empfehlung zur teilweisen Umsetzung ihres Konzepts „Mosaik – auch du bist ein Teil“ freuen. Dieses übersetzt die Rautenstruktur der Kirchendecke in eine leichte Seilkonstruktion. Daran befestigte Vorhänge schaffen flexible Zonen im Raum. Zudem beeinflussen sie die Lichtstimmung und erzeugen eine besondere Aufenthaltsqualität und Atmosphäre für verschiedene Bedarfe. Mit wenigen Handgriffen entstehen Schutzräume, Kommunikationsorte oder offene Flächen. Die Jury war der Auffassung: Die Konstruktion ist bis ins Detail durchdacht und realistisch umsetzbar.
Alle 14 Arbeiten zeigen eindrucksvoll: Kirche kann mehr sein als Ort der Andacht. Sie kann Schutzraum, Marktplatz, Ausstellungsraum, Wohnzimmer und Garten zugleich werden. Die Studierenden haben Perspektiven eröffnet, wie ein Kirchenraum im 21. Jahrhundert auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren kann.
Das Modell „Mosaik – auch du bist ein Teil“ von Luisa Michel und Felicia von Bamberg wird von der Jury mit dem Preis für Konkretion ausgezeichnet. Es übersetzt die Rautenstruktur der Kirchendecke in eine leichte Seilkonstruktion.* Foto: Lilly Singer
* Die ausgezeichneten Modelle entstanden im Rahmen der Entwurfsklasse Prof. Lars Uwe Bleher / LB Karim Sabano am Fachbereich Architektur der Hochschule Darmstadt im Wintersemester 2025/26.
Alleinerziehende haben es schwer. Sie tragen die Verantwortung für die Erziehung des Nachwuchses und das Einkommen des Haushalts allein. Hinzu kommen weitere Aufgaben wie Einkaufen, Haushalt, Hausaufgaben, Freizeitplanung und vieles mehr, was bei gemeinsamer Elternschaft häufig geteilt werden kann.
Daraus ergeben sich eine hohe Verantwortung sowie wenig Zeit im Alltag. Soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe können vor diesem Hintergrund kaum aufrechterhalten werden.
„Mit diesem Projekt setzt sich die Stadt Frankfurt aktiv gegen soziale Ungerechtigkeit ein. Denn wir schaffen hier Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben – eine der Grundaufgaben guter Sozialpolitik“, sagt Sozial- und Gesundheits-dezernentin Elke Voitl.
Und Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes ergänzt: „Wir wollten unbedingt etwas für Alleinerziehende auf die Beine stellen, sonst können ihnen soziale Isolation und Vereinsamung drohen, da sie im Alltag dauerhaft höher belastet sind als andere.“
Diakonie ist mit im Boot Ein Projektpartner ist die Diakonie Frankfurt und Offenbach. „Unser Quartiersmanagement in Fechenheim hat von Anfang an seine Expertise in das Projekt einfließen lassen und steht als Kooperations- und Ansprechpartner zur Verfügung. So können Alleinerziehende schnell und unkompliziert einen Zugang zum Angebotsnetzwerk im Stadtteil finden“, unterstreicht Diakoniepfarrer Markus Eisele.
In Fechenheim leben überdurchschnittlich viele armutsgefährdete Alleinerziehende. Das Projekt „Neue Wege in der Sozialplanung zur Armutsbekämpfung in Frankfurt am Main“ hat deshalb die Lebenssituation der Alleinerziehenden in Fechenheim untersucht. Dabei haben die Frankfurt University of Applied Sciences und verschiedene Projektpartner herausgefunden, dass sich Alleinerziehende ein Netzwerk wünschen: ein Netzwerk, das soziale Kontakte, gegenseitige Unterstützung, kostenfreie Angebote und gemeinsame Freizeitgestaltung ermöglicht.
Deshalb gibt es jetzt einen kostenfreien wöchentlichen Treff sowie regelmäßige Informationsveranstaltungen zu dringlichen Themen für Alleinerziehende. Zudem werden Beratungsgespräche, Exkursionen, kreative Workshops und familienfreundliche Ausflüge angeboten.
Das Fechenheimer Netzwerk für Alleinerziehende ist zudem in das stadtweite Bündnis gegen Kinder- Jugendarmut eingebunden.
Daran beteiligt sind das Frauengesundheitszentrum e. V., das Quartiersmanagement Fechenheim der Diakonie Frankfurt und Offenbach sowie das Jugend- und Sozialamt Frankfurt.
Wie wollen wir im Alter wohnen? Welche Wünsche, Möglichkeiten und Herausforderungen prägen den Alltag älterer Menschen – und wie lassen sich gute Ideen in neue Wohn- und Lebensformen übersetzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Fachtag „Alter gemeinsam denken – Wohnen, wie wir wollen“, der am 26. Februar von 10 bis 16 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt stattfindet. Eingeladen sind Haupt- und Ehrenamtliche, die mit älteren Menschen arbeiten, Seniorinnen und Senioren selbst sowie Personen, die sich privat oder beruflich mit Altersthemen befassen.
Der Fachtag bietet Raum, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, Erfahrungen auszutauschen und Impulse für selbstbestimmtes Wohnen und Teilhabe zu gewinnen. In einer Zukunftswerkstatt kommen die Teilnehmenden selbst zu Wort. Sie diskutieren gemeinsam, welche Hindernisse gutes Wohnen im Alter erschweren, welche Wünsche und Bedingungen im Vordergrund stehen und wie Teilhabe im Wohnumfeld gestärkt werden kann.
Eine anschließende Podiumsdiskussion eröffnet den Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen rund um Wohnen, Altern und Selbstbestimmung. Fachleute aus Sozialarbeit, Stadtentwicklung und Forschung geben Einblicke in aktuelle Herausforderungen und zeigen Wege auf, wie zukunftsgerechte Wohnformen entstehen können.
Am Nachmittag vertiefen Workshops verschiedene Aspekte des Wohnens im Alter – vom Aufbau guter Nachbarschaften über Orientierung im Übergang ins höhere Lebensalter bis hin zu Fragen der Beteiligung im Wohnumfeld. Auch gemeinschaftliche Wohnformen und ihre Chancen und Grenzen werden in den Blick genommen. Die Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit, neue Perspektiven zu gewinnen, Praxisbeispiele kennenzulernen und hilfreiche Anregungen für ihre eigene berufliche Tätigkeit oder persönliche Lebensgestaltung mitzunehmen.
Durch den Tag führt Vanessa Schlevogt, Supervisorin, Coach und zertifizierte Mediatorin.
Mehr Informationen unter: www.diakonie-frankfurt-offenbach.de/fachtag-alter-gemeinsam-denken
Fachtag „Alter gemeinsam denken – Wohnen, wie wir wollen“ Donnerstag, 26. Februar 2026 von 10-16 Uhr Kosten: 25 Euro (inklusive Verpflegung) Anmeldung unter: erwachsenenbildung@frankfurt-evangelisch.de oder Telefon: 069 92105-6674
Die Veranstaltung wird gefördert vom Hessischen Förderfonds für Erwachsenenbildung und der Evangelischen Zukunftsstiftung Frankfurt und Offenbach.
Frankfurt am Main, 20.01.2026
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt am Main (LIGA Frankfurt) hat eine neue Vorsitzende: Franziska Zühlsdorff, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, übernimmt den Vorsitz von Markus Eisele, Theologischem Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach. Der Wechsel markiert zugleich Kontinuität und Aufbruch in der sozialpolitischen Interessenvertretung der freien Träger in Frankfurt.
Die LIGA Frankfurt ist der Zusammenschluss der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in der Stadt. Gemeinsam vertreten sie mehrere hundert soziale Einrichtungen und Dienste – von der Kinder- und Jugendhilfe über Pflege, Migration, Wohnungslosen- und Suchthilfe bis hin zur Sozialberatung. Ziel der LIGA ist es, soziale Bedarfe sichtbar zu machen, Lösungen zu entwickeln und den Dialog mit Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft aktiv zu gestalten.
In seiner zweijährigen Amtszeit hat Markus Eisele die LIGA Frankfurt als klare sozialpolitische Stimme positioniert. Zu den Schwerpunkten zählten unter anderem Stellungnahmen zur Situation im Bahnhofsviertel, zur Migrations- und Integrationspolitik, zum Fachkräftemangel im Sozialwesen sowie Formate wie der Soziale Stadtspaziergang und der erstmals durchgeführte Politische Abend.
„Soziale Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen – wer sie schwächt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont Markus Eisele. „Frankfurt ist eine soziale Stadt, weil Hilfe erreichbar, verlässlich und würdevoll organisiert ist. Die enge Zusammenarbeit der Träger mit der Stadt ist dafür eine zentrale Voraussetzung.“
Mit Franziska Zühlsdorff übernimmt eine ausgewiesene Kennerin der Frankfurter Soziallandschaft den Vorsitz. Sie kündigt an, die Rolle der LIGA als Impulsgeberin weiter zu stärken: „Ein solidarisches Frankfurt braucht eine starke soziale Infrastruktur. Die LIGA wird sich auch künftig dafür einsetzen, dass soziale Angebote verlässlich finanziert, fachlich weiterentwickelt und politisch ernst genommen werden“, so Zühlsdorff.
„Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Menschen – insbesondere diejenigen, deren Teilhabe gefährdet ist. Ihre Bedarfe müssen Maßstab sozialpolitischer Entscheidungen bleiben.“ Zugleich gehe es darum, die Perspektiven der freien Träger gebündelt in politische Prozesse einzubringen: „Unsere Stärke liegt in der Vielfalt der Träger und in der gemeinsamen Stimme, mit der wir soziale Themen in die Stadtgesellschaft tragen.“
„Die Mitgliederverbände der LIGA sind als die Experten für die soziale Arbeit in Frankfurt wertvolle Partner für die Gestaltung einer sozialen Stadt.“, stellt Axel Dornis, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt am Main, fest und bekräftigt auch für die Zukunft: „Daher werden wir uns auch weiterhin gemeinschaftlich mit unseren Ideen und unserem Wissen und Können dafür einsetzen, den sozialpolitischen Kurs Frankfurts zu begleiten.“
Anlässlich des Vorsitzwechsels würdigt auch Sozialdezernentin Elke Voitl die Arbeit der LIGA: „Gute Sozialpolitik hat alle Menschen im Blick – nicht nur diejenigen, die Unterstützung brauchen, sondern die gesamte Stadtgesellschaft. Sie schafft soziale Balance und ist damit die Grundlage für Zusammenhalt, wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität. Wer heute klug in soziale Strukturen investiert, baut das lebenswerte Frankfurt von morgen“, so Voitl.
Der Vorsitz der LIGA Frankfurt wechselt turnusgemäß alle zwei Jahre. Mit dem Wechsel verbindet die LIGA Frankfurt den Anspruch, soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Menschenwürde weiterhin entschieden zu vertreten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt aktiv mitzugestalten.
Gemeinsames Pressestatement des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt-Offenbach und der Diakonie Hessen
Der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach und die Diakonie Hessen begrüßen, dass das Land Hessen an seinem Stopp von Abschiebungen in den Iran festhält. Angesichts der dramatischen Lage im Iran ist dies ein wichtiges und notwendiges Signal.
„Gleichzeitig befinden sich derzeit vier iranische Geflüchtete mit Rückführungsbescheiden in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung am Frankfurter Flughafen in einer extrem prekären Situation. Für diese Fälle besteht keine Zuständigkeit des Landes Hessen“, erklärt Diakoniepfarrer Markus Eisele, Theologischer Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach.
„Gerade deshalb braucht es jetzt eine Entscheidung auf Bundesebene. Wir fordern den Bund und insbesondere Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf, Rückführungen in den Iran auch in diesen Fällen unverzüglich zu stoppen“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen.
Zum Hintergrund: In der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung am Frankfurter Flughafen wird das verkürzte Asylverfahren angewandt. Schutzsuchende aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten oder ohne gültige Einreisedokumente, die direkt am Flughafen einen Asylantrag stellen, dürfen nicht in die Bundesrepublik Deutschland einreisen und werden in einer Unterkunft im Transitbereich untergebracht. Der Antrag wird innerhalb weniger Tage geprüft. Wird er als offensichtlich unbegründet abgelehnt, dürfen die Betroffenen nicht einreisen und werden unmittelbar zurückgeführt, insofern ein Gericht nicht anders entscheidet.
Die Evangelische Kirche trauert um den Gründer des Evangelischen Hospitals für Palliative Medizin in Frankfurt.
Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um Professor Dr. Ulrich Gottstein, der am 30. Dezember 2025 im Alter von 99 Jahren gestorben ist. Er war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 Chefarzt des Bürgerhospitals und Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit den 1980er-Jahren engagierte er sich für die ärztliche Friedensbewegung und war der Gründer der deutschen Sektion der „International Physicans for the Prevention of Nuclear War“ (IPPNW). Für diese Organisation nahm er 1985 den Friedensnobelpreis in Oslo entgegen. Ersten Kontakt zur evangelische Kirche hatte Gottstein, als er sich als Zwölfjähriger in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde in Berlin-Dahlem engagierte, wo Pfarrer Martin Niemöller Pfarrer war. Später trat er für die Bekennende Kirche ein.
Als Mediziner erwarb Gottstein auch große Verdienste im Bereich der Palliativmedizin. Nach seiner Pensionierung gehörte er zu den Gründern und zum Vorstand des Evangelischen Hospitals für Palliative Medizin der Diakonie im Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach (ERV), das im Jahr 1996 in Frankfurt eröffnet wurde. Als dieses zum Evangelischen Hospiz Frankfurt wurde, war er Ehrenvorsitzender des Fördervereins. „Ich bin dankbar, dass ich ihm noch als Ehrenvorsitzendem begegnen durfte“, schreibt Markus Eisele, Diakoniepfarrer und Theologischer Geschäftsführer des ERV, in einer Würdigung. „Er hat unsere Arbeit über Jahre begleitet – bis zuletzt aufmerksam und zugewandt. Ein Arzt mit Haltung, ein Friedensmensch und Nobelpreisträger, ein außergewöhnlicher Wegbegleiter. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahe waren. Und ich vertraue darauf: Er möge nun sehen, wie er geglaubt hat. Er möge seine neue Heimat finden in Gottes Liebe und in seinem ewigen Reich des Friedens.“
Die Trauerfeier für Professor Ulrich Gottstein findet am Samstag, 17. Januar 2026, um 11 Uhr in der St. Jakobskirche, Kirchplatz 9, in Frankfurt-Bockenheim statt.
Viele Gäste folgten der Einladung des Sozialdienstes Offenbach Wohnungsnotfallhilfe und feierten gemeinsam eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier in der Miriamgemeinde an der Waldstraße. Lange, weihnachtlich geschmückte Tafeln luden Menschen, die im Alltag mit knappen Mitteln auskommen müssen, zum Verweilen ein, der Duft von Kaffee lag in der Luft. Lichterketten tauchten den Saal in warmes Licht, auf der Bühne standen zahlreiche liebevoll verpackte Geschenke bereit. Für das leckere weihnachtliche Essen sorgte Jochen Max Kümmel vom Sheraton Hotel Offenbach.
Der Lions Club Offenbach Lederstadt engagierte sich in diesem Jahr erneut als Sponsor und unterstützte die Feier tatkräftig bei der Bewirtung der Gäste. In einer beschwingten Andacht machte Pfarrerin Laura Kliem Mut, den Blick auf das Wesentliche zu richten, und Weihnachten müsse kein perfektes Fest sein. Gemeinsam sangen die Gäste bekannte Weihnachtslieder. „Oh Tannenbaum“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ klangen durch den Saal. Für die anwesenden Kinder hatten Schülerinnen und Schülern der Beethovenschule liebevoll zusammengestellte Weihnachtspäckchen vorbereitet. Die erwachsenen Gäste kamen ebenfalls nicht zu kurz und freuten sich über Geschenke, die die Evangelischen Kirchengemeinde Dreieich Götzenhain in jeden Jahr in der eigenen Gemeinde zusammenträgt. Insgesamt konnten so 150 liebevoll gepackte Päckchen verteilt werden und jeder Gast ging weihnachtlich beschenkt nach Hause.
Der Leiter des Sozialdienstes Offenbach Wohnungsnotfallhilfe, Thomas Quiring, dankte allen Unterstützerinnen und Unterstützern für die gelungene Weihnachtsfeier.
Die Diakonie Frankfurt und Offenbach wird neue Trägerin des Quartiersmanagements im Stadtteil Bonames. Mit dem Zuschlag setzt die Stadt Frankfurt auf einen erfahrenen Partner, der seit vielen Jahren erfolgreich Quartiersarbeit in mehreren Frankfurter Stadtteilen verantwortet.
„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der Stadt Frankfurt“, so Diakoniepfarrer Markus Eisele, Theologischer Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbands (ERV). „Quartiersarbeit lebt von Beziehung, Verlässlichkeit und echter Teilhabe, Werte, die wir in unserer Arbeit seit vielen Jahren verankert haben. Gemeinsam mit den Menschen in Bonames möchten wir diese positive Entwicklung weiter gestalten.“
Das neue Quartiersmanagement wird besonders auf Beziehungsarbeit, Aktivierung von Bewohner:innen, niedrigschwellige Teilhabe sowie eine starke Vernetzung von lokalen Akteuren setzen. Bestehende Projekte sollen fortgeführt, neue Bedarfe gemeinsam mit der Bewohnerschaft entwickelt und Bonames als lebenswerter, aktiver und solidarischer Sozialraum weiter gestärkt werden. Das Quartiersmanagement versteht sich als sichtbare, zugängliche Anlaufstelle, die Begegnung ermöglicht, Beratung bietet und Engagement fördert.
„Bonames bringt nicht nur großes Potential mit, sondern auch engagierte Bewohner:innen, aktive Einrichtungen und starke Netzwerke“, sagt Henrik Philipsen, Leiter des Arbeitsbereichs Sozialraumorientiertes Arbeiten beim ERV, der den Stadtteil seit vielen Jahren gut kennt. „Unser Anspruch ist es, diese Ressourcen sichtbar zu machen, zu verbinden und neue Wege für ein gutes Miteinander im Stadtteil zu eröffnen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit allen Akteuren vor Ort.“
Der Start des neuen Quartiersmanagements ist für Anfang 2026 vorgesehen, begleitet durch zwei Quartiersmanager:innen, die mit hoher Präsenz im Stadtteil tätig sein werden.
Quartiersmanagements der Diakonie Frankfurt und Offenbach
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