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Pfarrerin Irene Derwein nimmt die Spende des Lions Clubs Kronberg aus den Händen von Club-Vorsitzendem Berthold Figgen (rechts) und Peter Forster entgegen, Conny von Schumann (links) freut sich für die Notfallseelsorge. (Foto: Schmidt-Luer)

Lions Club spendet 4000 Euro an Notfallseelsorge

Sie werden bei schweren Unfällen auf der Autobahn gerufen, wenn jemand plötzlich verstirbt oder Menschen in schwere persönliche Krisen geraten: Die 38 Frauen und Männer der Notfallseelsorge des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach. Um die Arbeit der Notfallseelsorge zu unterstützen, sammelte der Lions Club Kronberg bereits zum zweiten Mal Spenden. Mitte Juli übergaben Vorsitzender Berthold Figgen und Clubmitglied Peter Forster einen Scheck in Höhe von 4000 Euro an Pfarrerin Irene Derwein, Arbeitsbereichsleiterin Seelsorge und Kirche am Flughafen der Diakonie und Conny von Schumann, Leiter der Notfallseelsorge.

„Die Notfallseelsorge passt sehr gut zum Lions-Motto ’we serve‘, sie leistet eindrucksvolle Arbeit und benötigt finanzielle Hilfe“, sagt Berthold Figgen bei der Scheckübergabe im Diakonischen Werk. Bereits im Rahmen der Spendenaktion „F.A.Z-Leser helfen“ hatte der Lions Club Kronberg vor einigen Jahren 10.000 Euro an die Notfallseelsorge gespendet. Besonders wichtig sei für die 41 Kronberger Clubmitglieder bei der Auswahl der Spendenprojekte auch deren Nachhaltigkeit, betont Peter Forster. 

Notfallseelsorge feierte 20-jähriges Bestehen

Die Notfallseelsorge feierte in diesem Frühsommer ihr 20-jähriges Bestehen. 2018 bewältigten die ehren- und die hauptamtlichen Mitglieder des Teams 278 Einsätze, während derer sie 723 ‚Menschen betreuten, die höchste Zahl seit Beginn der Arbeit 1999, sagt Irene Derwein. Dabei werden die Notfallseelsorger am häufigsten in der Mitte der Woche gerufen, von der Polizei, von Rettungsdiensten oder von der Feuerwehr. Zum Wochenende hin nimmt die Zahl der Einsätze eher ab. Oktober, Dezember und Juni sind die Monate, in denen die Notfallseelsorge am häufigsten im Einsatz ist. Sie arbeitet kostenfrei und überkonfessionell für alle Menschen in Frankfurt am Main. Einsatzgebiete sind neben der Stadt Frankfurt auch die Autobahnen und auf Anfrage auch der Flughafen.

Fundierte Ausbildung und Supervision

Wer sich zum Notfallseelsorger ausbilden lässt, sollte älter als 30 Jahre sein sowie über Lebenserfahrung verfügen und sich selbst gut kennen, so Derwein. Im Team sind mehrere Mitglieder Mitte 30, Frauen und Männer halten sich in etwa die Waage. Sie sind nicht nur durch ihre Ausbildung gut auf ihre Aufgaben vorbereitet, vier Stunden nach jedem Einsatz werden sie zudem angerufen, um sich das, was sie erlebt haben, von der Seele sprechen zu können. Externe Supervision und regelmäßige Fallbesprechungen gehören ebenfalls zum Konzept. 

Auch bei Evakuierungen zur Entschärfung von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg ist das Team im Einsatz. Manche Evakuierte zittern, weil Erinnerungen an den Krieg hochkommen. Ein weiteres Feld, in dem die Notfallseelsorge aktiv ist, ist die Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen (SbE). Das Angebot richtet sich an Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste sowie an andere Berufsgruppen, die ein belastendes Ereignis erlebt haben. 

Spende fließt in Erstausstattung und Fach-Bibliothek 

Die Spende des Lions Clubs Kronberg wird zum einen in die Erstausstattung der Notfallseelsorger fließen, also in Polohemden für den Einsatz, in Melder und ein Gebetsbüchlein mit Texten für verschiedene Weltreligionen. Außerdem wird davon der Grundstock einer kleinen Fach-Bibliothek für die Ehrenamtlichen gelegt und ein Piktogramm-Buch angeschafft, um bei Einsätzen leichter mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt treten zu können. Auch die Fahrtkosten zu einer Team-Veranstaltung zum Thema „Safety and Security“ sollen bezahlt werden. Die 41 Kronberger Clubmitglieder erwirtschaften ihre Spenden durch den Erlös von Aktionen wie Lesungen, Konzerten, Weihnachtsmärkten oder dem Benefiz-Golfturnier. Als Dankeschön überreichte Irene Derwein zwei Engel, die auch die Ehrenamtlichen bei ihrer Beauftragung als Notfallseelsorger erhalten.