Neue Umstände erfordern neues Handeln. Daran kommt auch das Diakoniezentrum Gerber15 nicht vorbei. Am 31. März schließt es seinen „Kleiderladen für alle“, in dem seit immerhin 40 Jahren Secondhand-Kleidung verkauft wird. Grund sind die veränderten Rahmenbedingungen im Einzelhandel. „Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten sowie ein wachsender Wettbewerbsdruck erlauben es nicht, den Laden weiterhin zu betreiben“, sagt Katrin Mönnighoff, Arbeitsbereichsleiterin Diakonische Dienste bei der Diakonie Frankfurt und Offenbach.
Diesen Schritt gehe man schweren Herzens, denn der Kleiderladen war ein Ort, an dem Mode im Sinne der Nachhaltigkeit eine zweite Chance bekam und Menschen miteinander ins Gespräch kamen. Doch der Kleiderladen erhält keine öffentlichen Mittel und muss sich finanziell selber tragen. Eine enorme Herausforderung, die nicht zu mehr bewältigen ist. Außerdem muss für die Entsorgung nicht verkaufter Ware aufgrund einer neuen Gebührenordnung viel Geld bezahlt werden. „Das ist mit unserem niedrigen Umsatz nicht zu stemmen“, sagt Mönnighoff.
Auch Thomas Quiring kann als Leiter von Gerber15 einen Abschiedsschmerz nicht ganz verhehlen. „Doch es gibt Entwicklungen, an denen man nicht vorbeisehen kann.“ Ihm ist besonders wichtig, dass es mit der Schließung keine Entlassungen gibt: „Alle Mitarbeitenden bleiben weiterhin Teil unseres Teams. Auch alle anderen Angebote von Gerber15 bleiben bestehen“, unterstreicht er. Dazu gehören unter anderem die sogenannten AGH-Maßnahmen im Tagesaufenthalt „Teestube“, die weiterhin soziale Teilhabe ermöglichen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen.
Auch die soziale Unterstützung für Bedürftige bleibt sichergestellt. Ab April verfügt Gerber15 über eine interne Kleiderkammer. „In enger Abstimmung mit unseren Sozialarbeiter:innen erhalten Menschen in Not das Nötigste zur Grundversorgung. Damit bleiben Existenzsicherung, Armutsbekämpfung und soziale Hilfe weiterhin zentrale Bestandteile unserer Arbeit“, sagt Quiring. Kleiderspenden nehme man auch künftig gerne an – nach telefonischer Rücksprache unter 069 82 97 70 0. „Ohne unsere Spender:innen hätte es den Kleiderladen gar nicht geben können“, unterstreicht Quiring.
Katrin Mönnighoff und Thomas Quiring blicken dankbar auf die vergangenen 40 Jahre zurück, auf engagierte Mitarbeitende und Ehrenamtliche und großzügige Spender:innen. Das lässt sie und das Team von Gerber 15 zuversichtlich in die Zukunft schauen: „Gemeinsam werden wir auch weiterhin für Menschen da sein, die Unterstützung benötigen.“
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.