image Kreativer Austausch in der Videokonferenz. (Videostill: Marie Möeller und Louisa Huder)

Girls* connected !

Verbunden trotz Abstand – das virtuelle Ferienangebot des Quartiersmanagement Nachbarschaftsbüro Preungesheim war ein Erfolg.

Osterferien. Zuhause. Allein. Und doch: Vom 14. bis zum 16. April hatten muslimische Mädchen, die sich normalerweise im StadtRaum Preungesheim treffen, gar keine Langeweile mehr. Angela Freiberg vom Nachbarschaftsbüro Preungesheim lud sie gemeinsam mit den Kultur- und Medienpädagoginnen Louisa Huder und Marie Moeller zum „Digital and Indoor Gaming“ unter dem Motto „Girls* connected!“ ein.

Online-Konferenz

In Verbindung traten die acht Teilnehmerinnen im Alter zwischen acht und 17 Jahren über eine Online-Konferenz-Plattform. Sie tauschten sich im Chat aus und spielten in verschiedenen kreativen Challenges darum, welches Team Aufgaben am besten erfüllt. Die Zweier-Teams waren per Handy und Messenger miteinander verbunden, erzählt Angela Freiberg, Quartiersmanagerin der Diakonie im Frankfurter Programm-Aktive Nachbarschaft.

Erfolgreiche Challange

Eine der Aufgaben: Im jeweiligen Zuhause Gemeinsamkeiten finden und diese in gleicher Art und Weise zu fotografieren. Die Teams fanden beispielsweise, jede in ihrem eigenen Zuhause, Pinsel derselben Sorte, Handys, Toilettenpapierrollen oder denselben Buchtitel.  „Die Mädchen gaben sich richtig Mühe, wählten möglichst den gleichen Hintergrund, achteten auf den Schattenwurf“, sagt Angela Freiberg. Anschließend wurden die Gewinnerinnen der Challenge gemeinsam gekürt. Die Mädchen verwendeten dazu im Chat Zeichen wie Daumen hoch oder Daumen runter oder Klatschen.

Alternatives Ferienangebot

Das Agieren via webbasierter Videoplattform als Alternative zu einem vor Corona geplanten Präsenz-Ferienangebot war für alle eine Premiere. „Nach drei Tagen klappte es großartig“, sagt Angela Freiberg. Für die digital aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen war die Technik keine Herausforderung, „der Einstieg ging ganz schnell“. Dass aber immer nur eine gleichzeitig sprechen kann – dies war ein Lernprozess, den die Mädchen am Ende des dritten Tages ebenfalls souverän beherrschten.

Filme über das Leben Zuhause

„Bored in a House“ lautete der Titel einer weiteren gemeinsamen Challenge: Die Mädchen drehten auf einen durch die Plattform Tiktok bekannt gewordenen HipHop-Song kurze Video-Sequenzen von ihrem eigenen Leben Zuhause. „Manche dürfen gar nicht nach draußen, aus Vorsicht, weil die Oma mit im Haus wohnt“, sagt Angela Freiberg. Umso witziger und kreativer wurden die Videos. Die Mädchen filmten sich beim Gang zum Kühlschrank, beim Lesen etcetera. Sie schauten sich die kurzen Filme via Videokonferenz zusammen an und lernten sich so auf ganz neue Weise kennen. Die Teamerinnen schnitten aus den einzelnen Sequenzen ein gemeinsames Musik-Video.

Neue Tanzschritte und Songideen

Das Umsetzen eigener, kreativer Ideen mit Hilfe von Handyvideos, – fotos und Texten begleitete die Mädchen über das gesamte Projekt. So entstanden neue Tanzschritte, selbst interpretierte Textzeilen und Bilder zu dem Song „Good Body“ von Mona Haydar, US – amerikanische Rapperin, Aktivistin und Poetin. In ihrem Songvideo stehen Vielfalt, unterschiedliche Körperformen und Bekleidungen, besonders von jungen Frauen* im Mittelpunkt. Die teilnehmenden Mädchen regte dies zu eigenen Überlegungen und gemeinsamen Diskussionen an, verschiedenste Themen zur Selbst- und Fremdwahrnehmungen zu besprechen.

Zusammen trotz Abstand

Angela Freiberg kann sich gut vorstellen, solch ein Projekt nochmal anzubieten: „Es entstand wirklich das Gefühl, in einer Gruppe zu sein, die Mädchen waren miteinander verbunden, ihre Vertrautheit war zu spüren etwa in der Art wie sie sich anlächelten.“ Girls* connected!- ein gelungener Versuch, zusammen zu sein trotz Abstand: „Das hat mich begeistert“, sagt  Angela Freiberg.

Quiz über Kinderrechtsaktivistin

Die Gewinnerinnen der Challenge erhielten übrigens als Preis ein Buch der Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. Die junge Frau aus Pakistan hatte bei ihrer Rede vor den Vereinten Nationen gesagt: „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern. Bildung ist die einzige Lösung.” Gleich zu Beginn ihres digitalen Begegnungsprojektes hatten sich die Mädchen in einem Quiz mit der mutigen Aktivistin befasst und waren völlig fasziniert von ihrem Leben.

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