Eine ordentliche Geburtstagstorte durfte natürlich nicht fehlen. Foto: Lukas Fortkord Seit einem Jahr ist FAMOS ein Anlaufpunkt für Familien im Bahnhofsviertel. Bei der Geburtstagsfeier am 1. Oktober wurde zurückgeblickt – und zugleich deutlich, dass der Familienort im zweiten Jahr noch stärker ins Quartier gehen will.
Kinder bauen Türme, Eltern trinken gemeinsam Kaffee, nebenan wird bei Formularen geholfen oder über den Schulalltag gesprochen: Seit der Eröffnung im September 2025 ist in der Moselstraße mit FAMOS ein Ort entstanden, an dem Familien unkompliziert ankommen, sich austauschen und Unterstützung finden können.
Das Angebot reicht inzwischen vom Eltern-Kind- sowie Papa-Kind-Café über Sprachtreffs bis hin zu Formularhilfe, dem Mama-Info-Café am Morgen vor der Schule und dem Eltern.Raum für Fragen rund um Schule und Familienalltag. Gemeinsam mit Einrichtungen und Akteur aus dem Stadtteil wurden Angebote entwickelt, Netzwerke aufgebaut und Zugänge zu Beratung, Bildung und Förderung erleichtert. Im Mittelpunkt steht ein niedrigschwelliger Ansatz: zuhören, vernetzen, beraten und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Im zweiten Jahr soll FAMOS noch stärker dort präsent sein, wo Familien und andere Menschen im Bahnhofsviertel unterwegs sind. Dafür ist das Projekt „Stadtteilflüsterinnen“ neu an FAMOS angebunden. Die Stadtteilflüsterinnen wurden ursprünglich von der Commerzbank-Stiftung gemeinsam mit der Diakonie in Preungesheim ins Leben gerufen und anschließend von der Crespo Foundation und der Stadt Frankfurt weitergeführt und ausgebaut. Das Projekt im Bahnhofsviertel wird nun für drei Jahre vollständig von der Commerzbank-Stiftung finanziert.
Die Stadtteilflüsterinnen knüpfen Kontakte, hören zu und nehmen wahr, was Menschen im Stadtteil beschäftigt und welche Unterstützung gebraucht wird. Damit wird auch FAMOS noch stärker im Quartier präsent: Familien sollen nicht nur einen Ort haben, an den sie kommen können, sondern auch Ansprechpartnerinnen, die ihnen im Stadtteil begegnen und neue Zugänge schaffen.
„Die Menschen haben ein Recht auf Hilfe. Es darf nicht sein, dass sie Hilfe hinterherrennen müssen, sondern die Hilfe muss zu den Menschen kommen.“, sagte Stadträtin Elke Voitl bei der Geburtstagsfeier. Sie betonte die Bedeutung einer sozialraumorientierten Arbeit, die die Menschen und ihre Stärken im Quartier in den Blick nimmt und Unterstützung dort anbietet, wo sie gebraucht wird.
FAMOS wird von einem Netzwerk aus Stiftungen, Stadt und Diakonie getragen. Die Stiftungsallianz für das Frankfurter Bahnhofsviertel vereint acht Frankfurter Stiftungen: die Commerzbank-Stiftung, die Crespo Foundation, die Karg-Stiftung, die Metzler Stiftung, die ODDO BHF Stiftung, die Stiftung Giersch, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die STIFTUNG RUDOLF BRAND – HELMUT SCHÖLER. Die Allianz wird von der Initiative Frankfurter Stiftungen e. V. getragen und stellt von 2025 bis 2027 jährlich rund 260.000 Euro für Bildungs- und Sozialarbeit im Bahnhofsviertel bereit.

Stadträtin Elke Voitl spricht beim Geburtstag des FAMOS. Foto: Claudine Kuschel
Das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt unterstützt die Initiative zudem aus dem „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“. Organisatorisch und inhaltlich getragen wird das Projekt vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach; begleitet wird es durch das Koordinierungsbüro Bahnhofsviertel der Stadt Frankfurt.
Auch im zweiten Jahr sind neue Vorhaben geplant. Dazu gehören unter anderem weitere offene Angebote im FAMOS, ein Kinderbücherschrank und eine Ferienfreizeit für Kinder und Familien. Gleichzeitig laufen Gespräche mit der Stadt Frankfurt über eine Weiterfinanzierung.
Bei der Geburtstagsfeier wurde deutlich: FAMOS ist nach einem Jahr im Bahnhofsviertel angekommen. Für das zweite Jahr geht der Blick nun noch stärker ins Quartier – zu den Familien, Einrichtungen und Menschen, die den Stadtteil ausmachen.
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