image Rolf Oeser

Diakonie unterstützt Artisten in der Corona-Krise

Circus Barus zieht es zu neuen Auftrittsorten!

Circus-Direktor Marco Frank gibt nicht auf. Seit Beginn der Corona-Pandemie steht er mit seinem Circus Barus in Offenbach. „Im März 2020, während unseres Auftrittes im Bürgel, wurde uns das Gastieren untersagt.“ Im November zog der Circus, der seit 1812 tourt, mittlerweile in der 8. Generation, auf den Platz am Buchhügel um: „Ohne die Bevölkerung, die Stadt Offenbach und weitere fremde Hilfe hätten wir es nicht geschafft, nicht mal für ein paar Monate,“ sagt Frank.

Den Traktor, ein Notstromaggregat und einen Wohnwagen mussten die Artisten schon verkaufen, kürzlich gingen auch noch Waschmaschine und Trockner kaputt. Mit Mitteln der Corona-Nothilfe der Diakonie Hessen konnte die Familie jetzt neue Geräte im Wohnwagen anschließen. „Wir wissen, dass Schaustellern und Circus-Leuten von heute auf morgen wegen der Auftrittsverbote alle Einnahmen wegbrachen und unterstützen sie in ihrer besonderen Lebensform gerne“, sagt Bernd Kreh, Leiter Förderwesen, Fundraising und Stiftungen der Diakonie Hessen.

Circus Direktor Marco Frank und Sonja Keil - Foto Rolf Oeser

Circus Direktor Marco Frank und Sonja Keil (Foto: Rolf Oeser)

Den Kontakt zum Circus Barus stellte Sonja Keil her, die seit Jahren Gemeinwesenarbeit bei den Schaustellern, Puppenspielern und übrigen Bewohnern der Wohngemeinschaft Bonameser Straße für das Diakonische Werk in Frankfurt und Offenbach leistet. „Wir haben Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaft Bonameser Straße, die wegen der Corona-Pandemie beispielsweise keine Einnahmen auf Jahrmärkten generieren konnten, ebenso mit Sachmitteln etwa für Futter, Medikamente oder Heizung unterstützt wie auch den Circus Barus in Offenbach.“

Dort laufen seit einiger Zeit immer freitags bis dienstags Circus-Vorstellungen, „wir sind eine kleine Truppe mit einem starken Programm“, sagt Circus-Direktor Marco Frank. Auf die Frage, ob die Artisten täglich trainieren, lacht er nur: „Wir sind Vollblutartisten, wir hängen uns immer irgendwo dran und machen Kunststücke, wird sind fit.“

Der Circus steht Besucher*innen offen, manche kommen, um Lamas, Ponys und Esel zu streicheln und auszuführen, bringen Futter oder unterhalten sich mit den verbliebenen Circus-Artisten wie dem Clown Marcello. „Sie sagen uns, dass wir durchhalten sollen, ohne sie wäre es gar nicht gegangen,“ sagt der Circus-Direktor.

Am 13. September möchte der Circus Barus weiterziehen, um in Bad Homburg und später in Aschaffenburg aufzutreten, wenn es die Pandemie-Situation zulässt. Aber um überhaupt das Zelt abbauen zu können, braucht der Circus einen Teleskoplader, denn der Traktor, der zum Transportieren und Aufbauen diente, musste ja verkauft werden. „Vielleicht hat jemand einen Tipp, es kann gerne ein gebrauchtes Gerät sein, es darf nur nicht ölen wegen der Wiesen, auf denen wir stehen“, sagt Frank. Die Hoffnung hat ihn nicht verlassen, trotz des Stresses, der immer mal wieder hochsteigt, weil schon seit so vielen Monaten unklar ist, wie es weitergeht.