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Kurator Thomas Kober freut sich über die gelungene Sanierung der Weißfrauen Diakoniekirche

Sanierte Weißfrauen Diakoniekirche trägt wieder ihre Originalfarben

Innenraum wurde gestrichen, die Akustik verbessert

Die meterhohen Gerüste im Inneren der Weißfrauen Diakoniekirche sind abgebaut – pünktlich zu ihrem 65. Geburtstag erstrahlt die sanierte Kirche in frischen Farben. „Die Kirche macht einen ganz anderen Eindruck“, sagt Kurator Thomas Kober. Von August bis Ende November dauerten die Arbeiten. Um die bis zu 14 Meter hohe Decke und die Wände zu streichen, hatten Handwerker den Kirchenraum komplett eingerüstet. „Die Innensanierung zeigt nun wieder den Originalzustand aus dem Jahr 1956, das ist farblich sehr interessant“, sagt Thomas Kober. So wurde die Rückwand gegenüber dem Altar in einem seltenen Farbton angelegt, der ins bläulich-lilafarbene spielt. Die ursprüngliche Farbgebung aus den 1950er Jahren zu verwenden, war eine Auflage des Denkmalamtes. „Das hat sich gelohnt“, sagt Kober, „durch die neue Farbgebung wird die Architektur viel besser erkennbar.“ So zeichnen sich jetzt zum Beispiel die Konturen des leicht gerundeten Kirchendachs im Inneren deutlicher ab.

Nicht nur die viele Jahre in einem Grau-Weiß gehaltenen Wände sind nun originalgetreu gestrichen, auch Tische und Stühle wurden neu angeschafft und die Akustik der Kirche verbessert. Sowohl in die Decke, als auch in die Rückwand sind jetzt schalldämmende Elemente eingebaut, um den Widerhall zu reduzieren und die Verständigung, etwa bei Podiumsdiskussionen oder Andachten, zu erleichtern. Rechts vom Eingang wird der Zugang zum eigentlichen Kirchenraum nun von einem Vorhang geschützt, der bei Bedarf auf- oder zugezogen werden kann und somit ebenfalls zur Verbesserung der Akustik beiträgt. Auch dies ist ein Rückgriff auf den ursprünglichen Zustand der Kirche im Jahr 1956 – damals befand sich dort ebenfalls ein Vorhang, „sogar die Originalschiene war noch da“, sagt Thomas Kober. Schon jetzt stellt er bei Unterhaltungen in der Kirche eine deutliche Verbesserung fest. Die Sanierungsarbeiten betreute die Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes für Frankfurt und Offenbach.

Wer einen Blick in die sanierte Kirche werfen möchte, kann dies ab sofort von Dienstag bis Samstag in der Zeit zwischen 12 und 16 Uhr tun, die Kirche ist dann geöffnet, der Eintritt frei.

Die Weißfrauen Diakoniekirche

Die einstige Weißfrauenkirche in der Frankfurter Altstadt, deren Anfänge bis ins Jahr 1228 zurückreichen, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wiederaufgebaut. 1956 errichtete der Architekt Werner Neumann für die 10.000 protestantischen Christen im Bahnhofsviertel die neue Weißfrauenkirche an der Gutleutstraße. Als die Zahl der Gemeindemitglieder immer weiter zurückging, übergab die evangelische Hoffnungsgemeinde 2005 die Weißfrauenkirche an das Diakonische Werk. Die einstige Gemeindekirche Weißfrauen ist seitdem eine der wenigen Diakoniekirchen in Deutschland.

Als Ausstellungs-und Veranstaltungsort hat die Weißfrauen Diakoniekirche seit mehr als 20 Jahren einen Namen, sie zieht renommierte Künstler:innen an, die in ihren Werken oft Bezug auf den Kirchenraum nehmen. In den vergangenen Jahren zeigten beispielsweise Nathalie Grenzhäuser, Kathi Kaeppel und Andreas Rohrbach ihre Arbeiten sowie Monika Romstein und Yasuaki Kitagawa. Auch geistliche Impulse werden in der Weißfrauen Diakoniekirche gegeben.

In ihrem Untergeschoss beherbergt die doppelstöckige Kirche den WESER5 Tagestreff für obdachlose und wohnungslose Menschen. Die enge Verbindung der Diakoniekirche mit der Wohnungslosenarbeit gehört zum Programm.

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